Metapher: Der Blauwal und die Rotbrasse

Metaphern

Metapher mit dem Ziel:
Nervosität abbauen, Publikum zulassen, Lampenfieber, Gelassenheit

Der Blauwal und die Rotbrasse

Blauwale fühlen sich in fast allen Meeren unserer Erde zu Hause, sie besitzen gute Lungen und ein besonders großes und starkes Herz. So war auch Pit, ein besonders schönes Exemplar, der zu den größten Tieren gehörte, die jemals auf der Welt existierten. Pit liebte es, den Geräuschen des Meeres zu lauschen, war intelligent und tauschte sich Informationen mit anderen Walen kilometerweit aus. Auch sonst war er ein nachdenklicher aber auch geselliger Typ, denn er mochte das bunte Treiben der Unterwasserwelt, das nicht jedem Lebewesen zur Verfügung stand.

Heimlich, in einer dunkelblauen tiefen Bucht, wo kaum andere Fische zu Hause sind, hatte Pit einen Platz gefunden, wo er allein war und die Ruhe und Einsamkeit genoss. Hier war sein Reich, fernab der Gesellschaft, ein Ort, wo er ungeniert seinen Gesang mit dem Einklang seiner Flossen zu vielen Musikstücken komponierte. Immer und immer zog es ihn dorthin, ihm gelangen wunderschöne melodische Stücke und er war stolz, dass er viel Freude am Üben hatte. Endlich hat er ein Hobby, denn es war nicht einfach als riesiger Wal etwas zu finden, was ihn ausfüllte und zu ihm passte.

Sein Gesang hörte man weit, seine Flossen wandelten die Wasserbewegungen in harmonische Wellen um und so passierte es, dass es kleine Fische und Seepferdchen anlockte, die neugierig geworden waren. Gern würde er ihnen einmal zeigen, was er so intensiv geübt hatte, aber die Anwesenheit der ungebetenen Gäste versetzte ihn nicht zum ersten Mal in Unruhe. Pit wirkte dann plötzlich etwas steif, seine Flossen schlugen eher plump und seine Stimme wurde zittrig. Wo sind nur seine Gelassenheit und die Freude am geübten Stück geblieben, die ihm allein so gut gelingt? Letztens bekam Pit sogar einen Schluckauf, der so stark war, dass er damit die ängstlich gewordenen bunten Fischlein regelrecht verjagte.

Eine besonders freche Rotbrasse war mutig und beobachtete Pit schon lange, sie liebte es unter seinem Schutz zu stehen und oft begleitete sie Pit unbemerkt, schwimmend unter seinem Rumpf, wenn er seine Bahnen durch das Meer zog. Als sie sich diesmal unter dem grossen Bauch von Pit zeigte, war Pit schon lange im Glauben allein in seiner Bucht zu sein und seine Musik war wunderschön. Die Rotbrasse konnte den Text nicht verstehen, aber das war unwichtig, die Melodie und der Rhythmus waren es, die zum mitmachen ansteckten.

Als Pit sie bemerkte, stockte er, seine weichen Bewegungen wurden unkoordiniert. „Hey was machst du hier, das ist meine Bucht“ sagte er barsch, und versuchte seine Nervosität zu verstecken. Davon ließ sich die Rotbrasse nicht beeindrucken, sie kannte ihn schon so lange, den gelassenen netten Pit.

„ Ich kenne dein Problem Pit, ich kann dir helfen“ sagte sie und er schaute erstaunt verlegen an ihr vorbei. „ Ich lausche schon seit Wochen deinem Gesang, deine Flossen wiegen mich im Takt und du musst nicht nervös sein, denn ich war schon so oft dabei, wenn du hier in der Bucht geübt hast“ „Ich liebe es wenn deine vollen Lungen zu singen beginnen und ich möchte mich nicht mehr verstecken, sondern mitmachen“.

Die freche Rotbrasse hatte es nach langen Gesprächen geschafft, Pit zu überreden, gemeinsam zu singen. Natürlich hielt sie sich etwas im Hintergrund, unter seinem grossen runden Bauch, so sah er sie nicht, aber er wußte ja genau, das sie da war. Gemeinsam sangen und musizierten sie oft vor einem riesigen Unterwasserfelsen, den sie beide in der Bucht gefunden hatten, der den Gesang brach und wie ein Echo die Melodie als 2.Stimme zurückgab.

Es war ein wunderbares Gefühl für Pit, er atmete immer tiefer und ruhiger und war gelassen und freudig zugleich, das es ihm gelang den Takt zu halten und sich auf den Rhythmus zu konzentrieren. Somit konnte sich die Rotbrasse auch schon neben Pit setzen und Pit dachte zu spinnen, als er eines Tages annahm, dass er Fische im Seegras und hinter dem Felsen gesehen hatte. Erst als er einen kräftigen Applaus hörte, wusste er, dass er es sich nicht eingebildet hatte. Die Rotbrasse hatte ihre Freunde eingeladen, ein Publikum, das begeistert war und nun nach und nach zum Vorschein kam. Nur ganz leicht senkte Pit seinen Kopf und genoss den Augenblick, denn er war es, der vor dieser großen Fischmeute stand und seinen Beifall bekam!!

Bei einer Zugabe stimmten sie wie ein synchrontanzender Chor in die klangvolle Melodie ein und ein gleichmäßiger Wind begleitete das sprudelnde Wasserspiel mit Walgesang. Die Bucht blieb ein musikalischer Ort, aber darüber hinaus hörte man oft in den Tiefen des weiten Meeres einen mutigen, nicht allzu leisen Gesang in Begleitung von kräftigen Flossenschlägen eines Walmännchens.

Janett Neumann, im August 2013


Diese und viele andere Metaphern ist im Rahmen der NLP Ausbildung zum NLP Practitoner DVNLP enstanden.
Informationen zur NLP Practitoner Ausbildung finden Sie hier: http://www.cresco-akademie.de/nlp-practitioner
Bild: Janett Neumann (Ein Symbol für – „Eine Metapher ist ein Geschenk“)

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