Metapher: Innere Ruhe auch in stressigen Situationen finden

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Innere Ruhe auch in stressigen Situationen finden

Eine Metapher entstanden im Rahmen der NLP Practitioner Ausbildung an der CRESCO Akademie Dresden

Der Bogenschütze

Vor vielen Jahren im späten Mittelalter lebte in einer kleinen Siedlung nahe dem Meer eine Familie Namens Quies. Es war eine kleine glückliche Familie mit drei Jungen. Sie hatten auch immer genug Essen, denn der Vater war ein Meister bei der Herstellung von Bögen. Seine Bögen waren weit und breit bekannt, denn die Wenigen, die einen Quies-Bogen besaßen, konnten weiter schießen, präziser treffen und waren ausnahmslos angesehene Jäger.

In dieser Geschichte geht es aber vielmehr um den jüngsten Sohn Staticus. Er wollte natürlich ebenso gut mit dem Bogen umgehen können, wie seine zwei älteren Brüder. Jedoch ließ er sich in verschiedenen Situationen immer wieder aus der Ruhe bringen, was ihn bei seiner Treffsicherheit natürlich behinderte. Es gab einmal ein wichtiges Ereignis, da wollte ihm sein bester Freund bei der ersten Schützenprüfung zur Seite stehen. Es sollte früh im Morgen losgehen und Staticus stand schon vor der Zielscheibe mit seinem eigenen Quies-Bogen bereit. Jedoch fehlte sein Freund, der noch dazu die Pfeile mitbringen wollte.

Die grellrote Morgensonne schien Staticus ins Gesicht und blöderweise erinnerte er sich gerade jetzt auch noch daran, dass er heute Morgen barfuß eine Distel getreten war. Sein Fuß brannte noch ein wenig. Als sein Freund dann endlich kam, kramte er noch lange in seinem übergroßen Beutel nach den Pfeilen. Mit seinen behaarten Beinen trug er dabei wieder seine alberne kurze Hose, worüber alle meisten lachten. Als ob es denn so schwer sein kann Pfeile in einem Beutel zu finden? Aber es kamen Decken, Brotkanten, Seile, alte Schuhe und Äpfel zum Vorschein… und endlich auch die Pfeile.

Das Warten auf seinen Freund und die ganze Situation hatte ihn so aufgeregt, dass er den Bogen nicht ruhig halten konnte, die Zielscheibe weit verfehlte und die Prüfung vermasselte. Ein anderes Mal wollte er Wild für das Abendessen erlegen. Auf der Suche im Wald fiel ihm wieder der Streich seiner älteren Brüder am Morgen ein. Sie hatten eine orangene, faustgroße Frucht vom Hafen mitgebracht, deren roten Saft sie ihm zum Frühstück angeboten hatten. Sie sagten, das sei das Getränk der Bogenschützen. Also trank Staticus das Glas aus. Nachdem er sich angewidert schüttelte und eine Gänsehaut bekam, lachten sich seine Brüder kaputt und fragten ihn, ob er morgen auch wieder Grapefruitsaft trinken wolle. Der bittere Geschmack, den er so hasste, lag immer noch auf der Zunge. Auf einmal hörte er im Geäst ein Geräusch und sah einen Hasen. Er legte seinen Beutel neben sich ab. Mucksmäuschenstill näherte er sich dem Hasen und spannte seinen Bogen. Im Augenwinkel sah er eine Elster neben dem Beutel, die vergnügt vom Brot darin naschte. Wütend schoss er und verfehlte den Hasen.

Eines Tages bat ihn sein Vater, zwei seiner Bögen einem Handelspartner zu überbringen. Er musste ein kleines Segelschiff nehmen und in See stechen. Alles lief gut, bis sich auf dem Rückweg ein Unwetter zusammenbraute. Es regnete schon seit Tagen und Staticus wusste, dass dann auch wieder die Flusspegel steigen und Ernten ausfallen würden. Es war für diese Jahreszeit eher kalt und dazu kam ein unerwarteter Sturm auf. Das kleine Schiff wurde vom Wind und den Wellen hin und her gepeitscht. Beim Einholen der Segel verhedderte sich ein Seil am oberen Mast. Wenn niemand das Segel einzieht, würde das Schiff in den nächsten Augenblicken umkippen und sinken. Der einzige Ausweg war, mit einem Pfeil das Seil oben am Mast zu durchtrennen. Er spannte den Bogen und hörte auf einmal die Türen auf dem Deck klappern. Ebenso war noch aus der Kapitänkabine diese nervige Melodie zu hören, die eine Untergangsstimmung heraufbeschwor. Staticus hatte nur wenig Zeit und diesmal durfte er sich keinen Fehler erlauben. Er ermahnte sich ruhig zu blieben, da er das Seil sonst sicher verfehlen würde.

Er schloss für einen Augenblick die Augen… und auf einmal war sie da. Die innere Ruhe.

Er dachte auf einmal an einen warmen Sommerabend. Er befand sich auf einer grünen Wiese. Es waren nur leises Vogelzwitschern und ein paar Bienen zu hören. Hoch oben in der Luft sah er einen Adler ruhig seine Kreise ziehen. Es gab nichts mehr, was ihn in diesem Moment störte.

Er öffnete die Augen schoss den Pfeil und durchtrennte das Seil. Das Segel faltete sich zusammen und noch während der Windböe neigte sich das Schiff wieder in seine Ausgangslange. Das Unwetter war schnell verzogen und es dauerte nicht mehr lange, dass sie zu Hause eintrafen. Alle auf dem Schiff waren Staticus dankbar, dass er sie gerettet hatte. Was unseren jungen Helden aber noch mehr faszinierte, war die neue Fähigkeit, die er erlernt hatte. Er konnte nach Belieben alle Stressfaktoren ausblenden. Er brauchte nur für einen Augenblick die Augen schließen und konnte sich die innere Ruhe herbeirufen. Manchmal stellte er sich kurz eine Wiese mit Gänseblümchen vor, auf der seine schlafende Katze lang und die innere Ruhe breitete sich in ihm aus.

Kurze Zeit später wiederholte er auch seine Schützenprüfung. Die ansonsten nervige, quietschende Kreide auf der Schiefertafel des Prüfers war nicht wahrzunehmen. Es war absolut keine Bewegung vorhanden. Er schloss für einen kurzen Augenblick die Augen, öffnete sie sogleich wieder und traf genau in die Mitte der Zielscheibe.

Er traf zehn Mal hintereinander ins Schwarze.

Nicht einmal seine Brüder hatten ein so perfektes Ergebnis erreicht. Zur Belohnung der bestandenen Prüfung schenkte ihm sein Vater einen perfektionierten Quies-Bogen, der eine magische Kraft und Ruhe ausstrahlte. Fortan begleitete ihn der Bogen auf seinen Wanderungen und bei der Jagd nach Wild. Er war zum Besten Schützen in der ganzen Siedlung herangewachsen und immer, wenn es eine herausfordernde Situation gab, vor der andere längst vor Angst oder Aufregung weggelaufen waren, wurde Staticus gerufen und fand eine Lösung mit seiner inneren Ruhe.

Vielleicht wirst du dich auch demnächst wundern, dass du in einer stressigen Situation deine innere Ruhe findest. Sicher wird es auch dir helfen, für einen kurzen Augenblick die Augen zu verschließen und dann beginnst du, die Situation ganz anders zu betrachten. Es ist in Ordnung sich einfach die innere Ruhe zu rufen, wenn du sie benötigst oder vielleicht stellt sie sich auch einfach von ganz allein ein.

Autor: S.R.

Bildquellenangabe: Jürgen Hüsmert/pixelio.de

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